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VerlobungMaPa_2Als ich 1996 anfing, mich mit meinen Vorfahren zu beschäftigen, fand ich in den ererbten Dokumenten die "braunen " Ahnenpässe meiner Eltern. Beide waren über die im 3. Reich als notwendig erachtete Anzahl arischer Generationen hinweg weiter in die Vergangenheit geführt worden, was sich als äußerst hilfreich herausstellte, da mein Interesse leider erst geweckt worden war, als von den Altvorderen keiner mehr lebte.

In der Ahnentafel meiner Mutter stand bei dem ihrem väterlichen Spitzenahnen Michael Gnadt *1802  eine Bleistiftnotiz "Jacob Gnadt wurde 1668 vom Großen Kurfürst mit 40 Hufen belehnt". Ich war beeindruckt und fühlte mich, naiv wie ich war, gewappnet, im Geheimen Staatsarchiv in Berlin nach dieser Urkunde zu suchen. Ich fing mit der Durchsicht des Bandes der Grundbuchakten des Kreises Angerburg an, denn die Gnadts kamen laut meiner Unterlagen alle aus diesem Gebiet. Das Entziffern der Handschriften der verschiedenen Schreiber war mühevoll, verwirrend die seltsamen Schnörkel, die irgendwelche Abkürzungen zu sein schienen. Das Ergebnis eines Nachmittags intensiver Bemühungen war, dass ich zwar nichts gefunden hatte, aber eine Ahnung davon erhalten hatte, was mich noch erwarten würde.

Heute weiß ich, dass selbst hätte ich sie gefunden, hätte ich keinen Nutzen davon gehabt, da die Verbindung zu dem belegten Gnadt von 1802 fehlte und dass der einzige Weg in diesem Fall über das Studium der Kirchenbücher, Prästationsakten, Verschreibungen, Bauernlisten etc. von 1802 zurückführen musste.

Andererseits war meinem 1. Besuch in Berlin dank der Hilfe der aktenkundigen Mitarbeiter doch ein großer Erfolg beschieden, denn am nächsten Morgen lagen die Steuerlisten der Jahre 1719 und 1748 des Rastenburger Gebietes für mich bereit. Dort sollten in den beiden Orten Neuendorf und Neuhof mehrere Vorfahren gelebt haben - in dem mütterlichen Ahnenpass kamen die Namen Bordasch, Peters, Skubich, Meding und Rhode vor und ich fand sie alle in den Listen! Besonders Rhodes und Peters schienen schon lange dort gelebt zu haben. Der faszinierendste Fund meines ersten Besuchs in den heiligen Hallen des Staatsarchivs war, dass der Schulz Rhode seinen Besitz ererbt hatte und der erste Besitzer ihn am Sonnabend vor dem Barnabas-Tag 1372 (5.6.1372) verliehen bekommen hatte.

Die Konsequenz meines Berlin-Besuches war dann ein jahrelanges Durchsuchen aller relevanten Kirchenbücher in einer genealogischen Forschungsstelle der Mormonen. Und langsam aber stetig wuchs mein Stammbaum, zusätzlich genährt durch einige Glücksfälle, wenn ich Anknüpfungspunkte zu schon bestehenden Ahnentafeln fand oder in der Zeitschrift Masovia amüsante Geschichten zu Vorfahren entdeckte.

 

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